Welche Stickerei-Arten gibt es?

Ein Kleidungsstück, Schuhe oder Modeaccessoires kann man mit unterschiedlichen Gegenständen dekorieren. Es kann Schmuck, andersartige Textilien, Schleife, Rüsche oder Stickerei sein. Diese letzte Dekoration ist in der Kleidermode seit mehreren Jahrhunderten präsent. Wovon kommt aber die Stickerei und welche Stickerei-Arten gibt es? Das erfährt man aus diesem Artikel.

Definition und Geschichte der Stickerei

Stickerei als Mode-Dekoration

Stickerei ist dar Endeffekt des Stick-Verfahrens, in dem Fäden auf ein Trägermaterial – wie Papier, Leder oder Stoff – durchgezogen oder aufgenäht werden. Die Stickerei-Technik ist seit Jahrhunderten bekannt. Als Erfinder gelten dabei die Chinesen, wobei auch in Indien und Ägypten wurde die Stickerei verwendet. Als erste Motive hatte man geometrische Figuren, Gestalten von Tieren und Menschen gestickt. Dabei haben die Stickereien vor allem Kleidungen und Vorhänge geschmückt. Die Beliebtheit für diese Dekorationsart haben dann die Griechen, Römer und auch die mittelalterlichen Europäer übernommen. Eine mit der Stickerei dekorierte Kleidung war damals das Zeichen der sozialen Zugehörigkeit. Deshalb hatte man im Mittelalter nur die Gewänder der wichtigen Geistlichen sowie die Bekleidung von reichen Personen gestickt. Die Stickereikünstler wurden in dieser Zeit sehr hoch geschätzt. In Italien, Frankreich und England gab es sogar im 14. Jahrhundert Hochschulen für die Stickereikunst. Heutzutage wird Stickerei immerhin verwendet, jedoch nicht mehr in solchem Ausmaß wie früher. Ein Grund dafür ist die fortlaufende Mechanisierung der Textilienindustrie. Viel mehr wird die Stickerei-Technik als Kunstgewerbe betrachtet.

Stickgarn,  Sticknadel und Stickgrund

Wenn es um Sticken geht, dann sollte man auch einige Begriffe hier klären. Ein Stickgarn ist zum Sticken notwendig. Heutzutage verwendet man entweder ein unteilbares und glänzendes Pergarn oder einen fädigen Stickwist. Außerdem werden auch solche Stickgarne wie Seidengarn, Wollgarn oder Chenillegarn verwendet. Außer Stickgarn wird zum Sticken entsprechendes Werkzeug benötigt. Eine Sticknadel gehört dabei zu den wichtigsten Tools. Die Sticknadel ist aus Metall gefertigt, hat 1 oder 2 Spitzen und wird mit einem Öhr sowie mit einem Hacken ausgestattet. Es gibt verschiedene Arten von Sticknadeln sowie Nadel, die zum Hand- und Maschinensticken vorgesehen sind. Die Handnadeln unterschieden sich dabei von den Maschinennadeln, sowohl in Bezug auf die Form als auch im Hinblick auf die Größe. Zum Sticken eigen sich dabei verschiedene Stoffe als Stickgrund. Diese sollte man im Hinblick auf die eingesetzte Stick-Technik wählen. Zählbare Stoffe, wie Leinen, Aida oder Stramin eigen sich perfekt zum Kreuzstich, während Stretchstoffe eher als ungeeignet zum Besticken gelten.

Arten der Stickerei: Weiß- und Buntstickerei.

Wenn es um die bekanntesten Arten der Stickerei geht, dann kann man Bunt- und Weißstickerei auszeichnen. Auf einem dichten und durchlöcherten Stoff kann eine Buntstickerei eingetragen werden. Die dazu geeigneten Stoffe sind beispielsweise Leder, Leinen, Seide, Kanevas oder Baumwolle. Unter der Buntstickerei kann man jedoch folgende Sticharten auszeichnen: Petitpoint-Stich, Webstich, Gobelinstick, Kettenstich, Steppstich oder Plattstich. Eine Nebenart der Buntstickerei war die im 15. Jahrhundert eingesetzte Goldstickerei, die auch als Reliefstickerei genannt wird. Das wichtige Merkmal ist die Tatsache, dass die Buntstickerei den Stoff, der ihr zugrunde legt, vollkommen bedeckt. Die Buntstickerei war aus diesem Grund besonders prachtvoll und kostbar. Die Weißstickerei hatte man dagegen vor allem auf Baumwolle und Leinwand aufgetragen. Man dekorierte mit ihr jeglichen Tischzeug und Wäsche. Aus diesem Grund nannte man sie auch Leinenstickerei. Die bei der Weißstickerei eingesetzten Stiche waren Plattstich und Bindlochstich. Im Unterschied zur Buntstickerei bezieht die Weißstickerei nicht die ganze Fläche von dem Grundstoff, der oft nach Anbringung entfernt wird.

Bildname: Needle and Thread, Bildautor: Greenbay, Bildquelle: sxc.hu

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Author: Redaktion

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