Womit zeichnet sich eine historische Bekleidung aus?

Historische Kleidungen, Kostüme und Gewänder erfreuen sich heute einer großen einer steigenden Popularität. Selbstverständlich werden sie nicht im Alltag getragen, jedoch dienen als eine Inspiration bei Fertigung von heutigen Kleidungen. Aus anderer Seite wird solche Bekleidung auch bei unterschiedlichen Events genutzt. Außerdem interessiert sich der heutige Mensch viel mehr für Mode und ihre Geschichte, was mit Interesse für die bereits vergangenen Schnittmustern resultiert.

Stoffe bei historischen Kleidungen

Historisches Kleid aus Brokattstoff

Historisches Kleid aus Brokattstoff

Eine historische Bekleidung charakterisierte sich mit unterschiedlichen Aspekten. Als wichtigste Merkmale solcher Bekleidung gelten folgende Bereiche: Stoffe, Schnittmister und Farben. In der Geschichte wurden unterschiedliche Materialien zur Fertigung der Bekleidung verwendet. Als Basisstoff dienten aber Leinenstoff und Wolltuch. Aus Leinenstoff hatte man in den antiken Zeiten sowie Mittelalter und in der Renaissance vor allem die Unterbekleidung und später auch Unterwäsche gemacht. Wolltuch diente dagegen zur Fertigung der Oberbekleidung. Ein weiterer Stoff, der zur Herstellung der Kleidung verwendet wurde, war Seidenstoff. Das Material wurde in schon 2800 Jahre v. Christus im alten China hergestellt. Dann wurde es auch in Indien und Ägypten verwendet. Zu Europa kam es erst im Mittelalter und wurde besonders zur Fertigung von prachtvollen Kleidungen für die Reichen genutzt. Der Anbau von Baumwolle in Europa begann erst auch im Mittelalter. Bei Fertigung eines historischen Kostüms ist also dieser zu berücksichtigen, wenn man ein originalgetreues Kostüm haben möchte.

Farben von historischen Kostümen

Farben des Hochmittelalters

Farben des Hochmittelalters

Die Farben der historischen Kostüme sind auch ein bedeutender Aspekt. Am Anfang hatten die Kleidungen vor allem eine „natürliche“ Tönung, die von der Farbe des zur Herstellung eingesetzten Stoffes hatten. Später begann man, die Kleidungen zu färben. Da dieses Verfahren relativ teuer war, wurde es nur bei kostbaren Kleidungen verwendet. Beispielsweise waren die Kleidungen der Unterschicht voll allem grau (Wolltuch und Leinenstoff) oder hatten die Tönung der als Oberbekleidung getragenen Pelze bzw. Lederkleidungen. Erst in der Renaissance begann man, prachtvolle und intensive Farben (Blau, Gelb, Rot) zu benutzen. Nach wie vor waren sie jedoch für wohlhabende Menschen reserviert. Auf diese Weise hat die Farbe der Bekleidung über die soziale und gesellschaftliche Zugehörigkeit gezeugt. Dieser Aspekt ist im Hinblick auf historische Kostüme zu beachten. Das Kostüm oder Gewand soll für die Epoche charakteristische Farben haben und den damaligen Gesellschaftsstatus widerspiegeln.

Die historischen Schnittmuster

Schnittmuster der Biedermeiermode

Schnittmuster der Biedermeiermode

Die historischen Kleidungen haben auch charakteristische Schnittmuster. In einzelne Epochen herrschten diverse Schnittformen – hier einige Beispiele für maßgeschneiderte historische Kleidung. Im Mittelalter war es beispielsweise:  Chemise, Cotte oder Surcot. In der Renaissance trugen die Frauen körpernahe Kleidungen, die ihre weibliche Figur unterstrichen haben. Die Mode im Rokoko und im Barock wurde zuerst durch die niederländischen und dann durch die französischen und englischen Einflüsse geprägt. Charakteristische Schnittmuster für diese Epochen waren es Manteau, Contuche, Robe bei Frauen und Kniehose, Justaucorps sowie Dreispitz bei den Männern. Im 18. Jahrhundert war die Vielfalt der Schnittmuster noch breiter. Am Anfang hatten die Schnittmuster von Kostümen aus dieser Zeit an die antike Mode angeknüpft (die sog. Empire-Mode). Danach kam die Ära der weiten Kleider, die man als Krinolinenmode nannte. Die charakteristischen Kleider aus dieser Epoche wurden mit Reifrock, Turnüre oder Krinoline ausgestattet. Auf vorgenannten Beispielen kann man zeigen, dass die historischen Schnittmuster über die genaue Zeitanpassung von solcher Bekleidung zeugen.

Die häufigste Bestimmung

Historische Kleidungen, Kostüme und Gewänder werden heute für unterschiedliche Zwecken genutzt. Einerseits betrachtet man sie als Entertainment-Gegenstände. Sie werden beim Fasching oder Karneval-Events als Verkleidung genutzt. Andererseits dienen sie als Exponate während der Reenactment-Ereignisse. Dabei verhelfen bei Erstellung einer originalgetreuen Stimmung der dargestellten Epochen. Historische Gruppen und Vereine nutzen solche Kostüme als wichtige Merkmale der Epoche, für die sie sich besonders interessieren. Auch in der Filmindustrie herrscht eine ständige Nachfrage nach solcher Bekleidung, was besonders bei den Kostümspielfilmen sichtbar ist. Theater nutzen sie bei Theaterstücken, die vor allem in historischen Realien dargestellt sind. Museen und Sammlungen betrachten die historische Mode als wichtige Exponate bei thematischen Ausstellungen.

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Author: Redaktion

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